S-Pedelec: Goldene Mitte zwischen Fahrrad und Auto?

Demnächst erscheint hier bzw. auf YouTube ein Fahrbericht [Update: inzwischen hier zu sehen: S-Pedelec Test: M1 Erzberg GT] zu einem neuen Pedelec der bayerischen E-Bike-Schmiede M1-Sporttechnik, dem M1 Erzberg. Da ich das Modell in der S-Pedelec-Ausführung vorab testen konnte (es soll ab Sommer ’21 erhältlich sein), möchte ich hier zunächst einmal auf den bislang bei Ebikespass vernachlässigten E-Bike-Typ der S-Pedelecs eingehen.

Ich beziehe mich dabei großteils auf einen Artikel des Pressedienstes Fahrrad (pd-f), der zuletzt 2019 aktualisiert wurde, und der u.a. die seit 2018 gültige die EU-Verordnung 168/2013 zur Grundlage hat.

Ihr merkt schon, ich muss etwas ausholen. Pedelecs sind ja heute zahlreich unterwegs, aber S-Pedelecs sind eher noch Exoten im Verkehr. In Deutschland liegt der Anteil der S-Pedelecs an den verkauften E-Bikes um etwa zwei Prozent. Ob das M1 Erzberg GT in der Speed-Variante daran etwas ändern kann? Das erkunden wir wie gesagt demnächst im Fahrbericht.

Hier geht es um Unterschiede zwischen den 25km/h-Pedelecs und ihren schnelleren Brüdern sowie um ihre Eignung als Pendler- und Freizeitfahrzeuge.

Was sind S-Pedelecs eigentlich für Fahrräder?

Erst einmal ein paar Kernpunkte im Überblick:

  • S-Pedelecs sehen aus wie Fahrräder, gelten aber rechtlich als Kleinkrafträder
  • Anders als beim Fahrrad: Kennzeichen-, Helm- und Straßenpflicht
  • Starke Einschränkungen bei eigenen Modifizierungen
  • Geringe Absatzzahlen in Deutschland durch Radwegverbot
  • Rechtliche Situation unbefriedigend

Während die Speed-Pedelecs äußerlich noch nach Fahrrad aussehen, sind sie verkehrsrechtlich also Leichtkrafträder (Klasse L1e bei Zweirädern und L2e bei Dreirädern). Während Pedelecs mit maximal 250 Watt Nenndauerleistung bis höchstens 25 km/h beim Treten unterstützen, bieten S-Pedelecs maximal 500 Watt Nenndauerleistung und dürfen bis 45 km/h unterstützen. Das macht sie zumindest theoretisch auch als Autoersatz für längere Pendel-Strecken durchaus interessant.

„Man braucht in Deutschland einen Helm, ein Versicherungskennzeichen und eine Fahrerlaubnis. Man darf Radwege nicht nutzen – und kann auch nicht mehr mal eben etwas daran umbauen“, sagt Anja Knaus vom schweizerischen Pedelec-Pionier Flyer.

In Dänemark gibt es besondere Regeln für S-Pedelecs: „Es dürfen und/oder müssen die Fahrradwege benutzt werden und es gelten die allgemeinen Verkehrsregeln für Fahrräder“ (Quelle).

Wie viel Geschwindigkeitsvorteil bringt die Unterstützung bis 45 km/h gegenüber Pedelecs?

Nochmal Anja Knaus: „Zwar spricht man bei den S-Pedelecs immer von 45 km/h, das bedeutet aber eigentlich nur, dass sie nicht bei 25 km/h abregeln, wie normale Pedelecs“, beschreibt Knaus weiter. „Die 45 km/h erreicht man auf der Straße eher selten und muss dann auch schon sehr kräftig in die Pedale treten. Beim normalen Pedalieren fährt man eher 30 bis 35 km/h – aber diese fünf bis zehn Stundenkilometer mehr machen die Räder für Pendler und routinierte Radler so interessant.“

Diese Aussage mit der Durchschnittsgeschwindigkeit von 30 bis 35km/h kann ich bestätigen, und zumindest für den Brose S Mag (2021), den ich im M1 Erzberg GT gefahren bin, und auch für den Bosch Performance CX Motor (auch Gen 4) und Stromer-S-Pedelecs (zumindest S1, S2) scheint zu gelten, dass sie höheren Speed als etwa 38 km/h nur mit viel eigener Kraft mitmachen (so viel Spoiler zum Erzberg-Fahrbericht/Video).

Somit trifft die Einordnung „Kraftfahrzeug“ auf viele S-Pedelecs in doppeltem Sinn zu … Wenn es mal leicht bergab geht, mit Rückenwind oder gaanz viel Kraft sind natürlich auch mehr als 50 km/h drin…

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S-Pedelec M1 Erzberg GT mit GPS Tacho
S-Pedelec M1 Erzberg GT mit GPS Tachoanzeige - Hier geht es leicht bergab!

Ebikespass.de

Ein Nutzer bilanziert seinen Geschwindigkeits-Gewinn in einer Diskussion auf dem Pedelc-Forum so: „Wenn man innerstädtisch vielleicht nur 5 km/h schneller ist und außerstädtisch vielleicht mal 10-15, habe ich in der Summe (bei meiner Strecke) vielleicht nur einen maximalen Vorteil von 6-7 km/h. Der Papierwert 25 zu 45 lässt da zunachst doch etwas mehr erwarten. Die 45 sind beim S-Pedelec vielleicht möglich, aber nicht unbedingt Standard“.

Ein anderer Nutzer dort weist auch noch auf die Eigenleistung hin, die ich als S-Ped-FahrerIn einbringen kann: „Die Maximalgeschwindigkeit ist von Motor, Rahmengeometrie, Eigenleistung und Systemgewicht abhängig. Ein 60 kg Leichtgewicht schafft mit den 600 W Maximalleistung eines Panasonic auch die 45 km/h mit moderater Eigenleistung. Ich muss schon mindestens 300 W dazugeben. Das geht kurzzeitig, aber nicht auf Dauer. D.h. ich bewege mich eher im Bereich zwischen 35 und 40 km/h.“

Auch diese Aussagen passen zu meiner Erfahrung mit dem gefahrenen M1 Erzberg GT mit dem Brose S Mag Motor. Jedenfalls halten S-Pedelec-Fahrer in der Stadt und über Land auf flacher Strecke mit den meisten Rennradlern mit … was mit dem Pedelec selten möglich ist.

Das S-Pedelec hat gegenüber dem Pedelec in der Stadt durch das Fahren auf der Straße versus auf dem Radweg noch eine andere Auswirkung auf die Durchschnittsgeschwindigkeit: „allein schon durch die Ein- und Zufahrten, Verschwenkungen an Kreuzungen und die für Fussgänger & Radfahrer kürzeren Ampelschaltungen kommst Du mit dem Pedelec auf Radwegen deutlich langsamer voran als auf der Strasse.“ sagt G.G. im FB-S-Pedelec-Forum.

Doch > 40 km/h Dauergeschwindigkeit?

In der öffentlichen Facebook-Gruppe zu S-Pedelecs bei Facebook gab es auch andere Aussagen bzw. Erfahrungen zur möglichen Dauergeschwindigkeit auf dem S-Pedelec: „Ich habe ein Klever X Speed Pinion über längere Zeit probegefahren. Selbst bei Gegenwind ist es in der ersten Unterstützungsstufe kein Problem kontinuierlich 45 km/h zu fahren… Klever kommt mit dem neuen Alpha auf 800 W Nennleistung“. Oder: „Mein NeoDrive Motor von Albers lässt mich auch die 45 km/h bei leichten Gegenwinden oder Anstiegen dauerhaft halten. Komm‘ ich zwar ins Schwitzen … Die Stromer-Antriebe sollen allesamt genauso stark sein wie der NeoDrive“. Weder Klever-Modelle noch Stromer bin ich bislang selbst gefahren, deshalb lasse ich das gerne so stehen und bedanke für das Feedback per Facebook. 

Aktuelle S-Pedelec Modelle

Einen Blick auf aktuelle S-Pedelecs und ihre Bauform bietet der Screenshot des Vergleichstests bei Ebike.de unten – von M1 Sporttechnik ist hier das Hardtail M1 Sterzing Evolution vertreten mit dem Sattelrohr-freien Carbonrahmen. Das einzige vollgefederte im Vergleich das Superdelite von Riese & Müller;

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S-Pedelec Vergleich 2021 bei Ebike.de
S-Pedelec Vergleich 2021 bei Ebike.de

Screenshot von von https://www.ebike.de/e-bike-test/s-pedelecs-2021/

Das M1 Erzberg GT S-Pedelec ist ja noch nicht offiziell erhältlich, immerhin gibt es eine eigene M1 Erzberg Website von M1 dafür. Ihr könnt das Bike konfigurieren und Euch für eine Probefahrt eintragen lassen das M1 Erzberg GT als S-Pedelec wird ca. 7.500€ kosten. Übrigens gibt es vom M1 Erzberg drei Modelle mal zwei: BR / CC / GT – jeweils als Pedelec und als S-Pedelec. Und es gibt auf diesem Blog schon einen Vorbericht zum Pedelec M1 Erzberg.

Bauliches, Unerbauliches

Rein äußerlich erkennt man zweirädrige S-Pedelecs am Rückspiegel und gelben Seitenrückstrahlern, die meist an der Gabel angebracht sind. „Zudem braucht das Rad ein Versicherungskennzeichen. Seit 2015 muss es an neu zugelassenen Rädern auch beleuchtet sein“, konkretisiert Sebastian Göttling vom Beleuchtungsspezialisten Busch & Müller. Auch ein Seitenständer ist bei S-Pedelecs vorgeschrieben, muss aber nicht mehr von selbst einklappen wie beim Motorrad.

Hersteller von S-Pedelecs müssen für jedes Modell vom Kraftfahrtbundesamt (KBA) eine EU-Typgenehmigung einholen. Für uns Endverbraucher heißt das: Selberschrauben ist weitgehend eingeschränkt. So ist beispielsweise festgehalten, welchen Spielraum wir bei der Anpassung von Lenker und Lenkervorbau haben.

Lenkerhörnchen, Vorbau ändern?

Ulf-Christian Blume, Jurist und Unternehmensberater empfiehlt: „Würde man den persönlichen Vorlieben entsprechend etwa Griffe, Sattel und Pedale ändern, sollte man vergleichbare Teile verwenden. Schraubgriffe dürfen nicht durch eventuell rutschende Gummigriffe ersetzt werden, Sättel mit Stahlgestell nicht durch Carbonsättel und gummierte Plattformpedale nicht durch Klickpedale, zumal letztere selten über die von der StVZO vorgeschriebenen Rückstrahler verfügen. Alles andere, was die Abmessungen des Rads verändert, ist ohne Eintragung tabu, wie etwa die beliebten Lenkerhörnchen. Blume dazu: „Was ich aber im Rahmen des Zulässigen ansiedeln würde, ist, z. B. einen Sattel gleicher Firma, Art und Modell gegen einen solchen eine Nummer schmaler oder breiter zu tauschen.“

Aufgrund der Spezifikation von Motor, Ritzel, Schaltung und Sensorik ist außerdem eine bestimmte Übersetzung vorgegeben. Eine kürzere, also leichtere Übersetzung ist möglich, aber TÜV-eintragungspflichtig. Bezüglich der einzelnen Schaltkomponenten braucht es keine Herstellervorgaben, etwa bei Schalthebeln und Schaltwerken. Veränderungen der Bremskomponenten hingegen sind grundsätzlich abnahmepflichtig. Verschlissene Bremsbeläge darf man immerhin eigenverantwortlich durch gleichartige wechseln – der Tausch muss aber einer eventuellen Prüfung durch den Fachhandel oder Behörden standhalten.

Bei S-Pedelecs ist überdies zu beachten: Der Bremshebel muss ein Kugelende aufweisen, wie Motorradbremshebel auch. Und ab 2016 neu typgenehmigte Fahrzeuge brauchen ein Bremslicht.

Rechtliches im Alltag

Vielen rechtlichen Vorschriften für die Fahrzeugklasse S-Pedelec liegt die sogenannte bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit (bbH) zugrunde. Dass S-Pedelec-Fahrer theoretisch auch über 45 km/h hinaus pedalieren können, fällt nicht ins Gewicht.

Aus dieser bbH resultiert laut § 21a Abs. 2 StVO die Pflicht, einen „geeigneten Schutzhelm“ zu tragen. „Ob ein Radhelm oder ein Motorradhelm geeigneter ist, steht dort nicht genauer“, weiß Torsten Mendel, Sicherheitsexperte bei Abus. „Experten empfehlen durch die Reihe den Fahrradhelm. Denn auf dem S-Pedelec bewegt man sich viel aktiver als auf dem Motorrad – da wäre der Motorradhelm einfach zu schwer und warm“, schildert Ulf-Christian Blume. Zwischenzeitlich zeichnet sich ab, dass eine neue Helmgattung speziell für S-Pedelecs auf den Markt kommen wird. In den Niederlanden ist der kurz „E45-Helm“ genannte Kopfschutz auch im Verkehrsgesetz schon Realität und wird über die nationale Norm NTA 8776 definiert: Er bietet mehr Schutz als ein Fahrradhelm, ist aber kaum schwerer und beeinträchtigt das Hörvermögen seines Trägers im Verkehr nicht.

Keine Kinderanhänger

„Pedelecs sind ja sehr beliebte Familienmobile. Das S-Pedelec jedoch ist ausdrücklich nicht zur Verwendung mit einem Kinderanhänger freigegeben – wie ja auch andere Kraftfahrzeuge keine Personen in Anhängern befördern dürfen“, erklärt Anne Schmidt vom Anhängerhersteller Croozer. Ein Kindersitz wäre demnach erlaubt, wenn erstens der Sitz als solcher zugelassen ist und zweitens die entsprechende Anzahl der Sitze des Fahrzeugs in der Typgenehmigung festgeschrieben ist. Dafür bedarf es einer Ausnahmegenehmigung von einer Zulassungsstelle – wie sie etwa für das schnelle Lastenrad „Load HS“ von Riese & Müller vorliegt, das mit Kindersitz in der Ladefläche erhältlich ist. Das gilt nicht für die Schweiz: Hier sind Kinderanhänger an S-Pedelecs zugelassen (Danke an das S-Pedelec-Forum auf FB, Link siehe unten).

Wie Motorräder müssen S-Pedelecs permanent mit Licht fahren. Außerdem gilt ein Mindestalter von 16 Jahren, bedingt durch die Führerscheinpflicht (Klasse AM). Dieser ist im Autoführerschein (Fahrerlaubnisklasse B, vormals 3) enthalten. Menschen, die vor dem 01.04.1965 geboren wurden, dürfen schnelle Pedelecs auch ohne Fahrerlaubnis bewegen.

Als Leichtkrafträder benötigen S-Pedelecs das Versicherungskennzeichen, das man vom Moped und Roller kennt: drei Ziffern, drei Buchstaben und jedes Jahr eine neue Farbe. Für S-Pedelecs hat das einen finanziell sehr interessanten Aspekt: In der Leistung der vorgeschriebenen Versicherung ist neben Unfallschäden auch der Diebstahl des Fahrzeugs abgedeckt – für ab etwa 50 Euro jährlich und Fahrzeugpreisen ab etwa 3.000 Euro ist das ein im Gegensatz zu Fahrradversicherungen ziemlich günstiger Posten.

Schlussendlich ändert sich übrigens auch die Promillegrenze. Während man mit dem Fahrrad bis 1,6 Promille Blutalkoholkonzentration fahren darf, gilt beim S-Pedelec wie bei Auto oder Motorrad die Grenze von 0,5 Promille.

Im Ausland können grade für S-Pedelec-Fahrer noch weitere Fallen lauern: In Österreich muss z. B. ein Verbandspäckchen ins Gepäck, Italien verlangt einen „Mofahelm“. Empfehlenswert generell sind wohl NTA8776 Helme nach der holländischen S-Pedelec Norm. Hier eine Affiliate-Anzeige zu einem auch für S-Pedelecs geeigneten Abus Pedelec+ Helm:

Schilderkunde –

Wo und wie dürfen S-Pedelecs fahren?

Nur beim ersten Schild ist die Durchfahrt mit dem S-Pedelec („Leichtfraftrad“) erlaubt:

Navigation fürs S-Pedelec

Navi-Apps wie Komoot oder Strava bieten noch keinen Streckenmodus für Speed-Biker. Das kann immerhin Naviki – hier ein Screenshot der Routenplanung am PC mit der bei Einstellung „S-Pedelec“ berechneten Route:

Navigation fürs S-Pedelec mit Naviki
Navigation fürs S-Pedelec mit Naviki

Screenshot: Ebikespass.de

Für die von Naviki berechnete S-Pedelec-taugliche Strecke von 18,6 Kilometern wurde eine Fahrtdauer von 28 Minuten berechnet – das wären immerhin über 37 km/h im Schnitt. Das bin ich so nicht nachgefahren, da ich eine andere Strecke ohne viel Autoverkehr gewählt habe, z.B. entlang des Mangfalldamms. Das war etwas weiter, ca. 22 Kilometer, und ich habe auch ca 45 Minuten benötigt. Das S-Pedelec-Routing ist ein cooles Feature von Naviki, ich hoffe Komoot & Co. ziehen hier einmal nach.

Umdenken in Sachen Streckengestaltung

„Die in Deutschland vorhandene Infrastruktur ist vornehmlich für Autos ausgelegt und selbst dort, wo etwas für den Radverkehr getan wird, profitiert man als Fahrer eines S-Pedelecs nicht davon“, erklärt Andreas Hombach vom Stadtmöblierer WSM. Viele mit dem Fahrrad übliche Abkürzungen darf man mit dem schnellen E-Rad nicht nutzen – für routinierte Radler keine einfache Sache.

So sind zum Beispiel in Gegenrichtung freigegebene Einbahnstraßen zu umfahren, auch gilt das „Durchfahrt verboten„-Schild (roter Kreis auf weißem Grund, StVO-Schild 250) an Feld-, Wirtschafts-, Wald- und Parkwegen für S-Pedelecs ebenso wie für Autos. Selbst mit ausgeschaltetem Motor dürfen sie dort nicht bewegt werden.

„Das Radwegverbot für S-Pedelecs ist in meinen Augen der Hauptgrund für das geringe Wachstum dieser Fahrzeuggattung“, vertieft Markus Riese, Geschäftsführer von Riese & Müller. „Dabei bieten die 45-km/h-Räder eine echte Chance, Pendler vom Auto aufs Zweirad zu bekommen. Natürlich dürfen S-Pedelecs auf innerstädtischen Radwegen dann nicht 45 fahren, das kann man aber über eine Geschwindigkeitsbeschränkung regeln. S-Pedelecs haben hierfür einen Tacho, die Fahrer einen Führerschein und im Übrigen fahren auch Sportradler auf dem Radweg nicht so schnell wie sie könnten.“

Wie lange bleibt der Radweg noch verboten?

Offensichtlich am problematischsten ist, dass S-Pedelecs grundsätzlich nicht auf dem Radweg fahren dürfen – und zwar sowohl innerorts als auch außerorts. „Dass das zwangsläufig zu Irritationen anderer Verkehrsteilnehmer führt, die nämlich S-Pedelecs für Fahrräder halten und von der Straße hupen, liegt auf der Hand. Dass aber S-Pedelec-Fahrer etwa auch vierspurige Bundesstraßen benutzen müssen und nicht auf den Radweg daneben dürfen, macht deutlich, dass die aktuelle Gesetzgebung noch fern von fertig ist“, kritisiert Paul Hollants vom Liegeradhersteller HP Velotechnik.

„Theoretisch können Kommunen einzelne Radwege explizit für S-Pedelecs freigeben“, wie Roland Huhn, Verkehrsrechtsspezialist beim Radfahrerverbands ADFC e. V. erklärt. Schilder mit dem Vermerk „E-Bikes frei“ oder „Mofas frei“ betreffen S-Pedelecs laut Huhn ausdrücklich nicht. In Tübingen wurden übrigens bereits Radwege für S-Pedelec-Fahrer freigegeben.

Mit dem S-Pedelec durch Berlin – schneller als mit Auto

Ein in dem Zusammenhang interessantes Video mit seinem Kleber S-Pedelec hat Zero Biker auf YouTube mit dem Titel „Mit dem S-Pedelec quer durch Berlin – schneller als mit dem Auto!“ – wobei die Infrastruktur hier nicht angestrengt gesetzeskonform genutzt wird. Immerhin fährt er seit 12 Jahren S-Pedelec! Sein Claim, einmal unabhängig mal von der Geschwindigkeit: 1/18 des Verbauchs eines Elektroautos, 1/70 des Verbrauchs eines Verbrenner-KFZ. Nicht so schlecht!

Fazit

Die schnellen E-Bikes haben auch in Deutschland durchaus das Potential, bei noch mehr Pendlern das Auto zu ersetzen – Stichwort Emobilität. Der praktikable Radius mit einem S-Pedelec erhöht sich durch die höhere Geschwindigkeit doch beträchtlich. S-Pedelec-Pendler legen auch schon mal 40 Kilometer einfache Strecke mit ihrem „Leichtkraftrad“ zurück.

Möglich ist das vor allem dann, wenn Eure Streckenanteile großteils Überland führen, außerhalb von Ortschaften, auf kleineren Nebenstraßen und Wirtschaftswegen, sofern nicht für KFZ gesperrt. Hier bringt das S-Pedelec Speed genug, gleichzeitig habt Ihr einen Finess-fördernden und genußvollen Arbeitsweg. Auch durch die Stadt erreichen manche mit dem S-Pedelec einen Schnitt von 30 km/h, das dürfte aber stark von der Route, der Tageszeit und Eurer Nervenstärke abhängen…

Was haltet Ihr von den S-Pedelecs? Sind die Speed-Bikes eine Option für Euch? Wie ist die Infrastruktur in Eurer Umgebung fürs S-Ped-Fahren geeignet? Habt Ihr Fragen? Schreibt gern unten in die Kommentare!


Quellen und weitere Info:

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Author: ebikespass

E-Bikes verbinden für mich ideal Frischluft, Fitness und eine ordentliche Entdeckungsreichweite ... Ich habe früher Motorradfahren genossen - Pedelecs machen mir heute mindestens genau soviel Spass - und sind dabei gut für die Umwelt, den Körper und die Seele! Ein persönliches Dankeschön an alle, die mit ihren Kommentaren, eigenen Erfahrungen und Fragen diesen E-Bike-Blog weiter aufwerten! Was brachte Euch zum E-Biken? Was macht am meisten Spass, was ärgert Euch? Stellt Ihr Euch noch Fragen vor dem Kauf? Gerne in den Kommentaren Fragen stellen oder Eure Anregungen und Kritik - wir antworten!

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