Wer braucht welche Fahrradversicherung?

Schon für 32 Euro Jahresbeitrag kannst Du ein 2.500 Euro teures E-Bike gut gegen Diebstahl versichern. Das hat der aktuelle Fahrradversicherungs-Vergleich der Stiftung Warentest ergeben. Allerdings spielt der Standort des Fahrrads eine große Rolle. Wo die Diebstahlquote hoch ist, etwa in Leipzig, Münster, Bremen, sind auch die Versicherungsbeiträge hoch.

Gaben wir Deutschen 2019 im Schnitt noch 982 Euro für ein Fahrrad aus, schafften wir uns 2020 neue Zweiräder für durchschnittlich 1.279 Euro an. Und obwohl laut polizeilicher Kriminalstatistik die Zahl der Fahrrad-Diebstähle 2020 um sechs Prozent auf 260.000 zurückging, lag die Schadenssumme nach Angaben des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) unverändert bei 110 Millionen Euro.

Dass die Nachfrage nach Absicherung bzw. nach Fahrradversicherungen steigt, liegt auch an der Corona-Pandemie. Sie befördert den Trend zu höherpreisigen Fahrrädern und E-Bikes und zu höheren Schadensummen zusätzlich.

Da die Polizei aber nur in seltenen Fällen ein gestohlenes Fahrrad wiederfindet – 2019 waren es nur neun Prozent – empfiehlt sich für ein gutes Zweirad eine Fahrradversicherung gegen Diebstahl und Beschädigung.

Welche Versicherungsmöglichkeiten gibt es?

  • Hausratversicherung

Über die Hausratversicherung sind Fahrräder und langsame Pedelecs mit maximal 250 Watt Motorleistung gegen Einbruchdiebstahl aus verschlossenen Kellern, Garagen und Wohnungen versichert. Außerhalb geschlossener Räume bietet die Hausratversicherung keinen Schutz, es sei denn, man sichert den einfachen Diebstahl gegen einen Zusatzbeitrag mit ab. Wichtig: Besonders teure Fahrräder lassen sich meist nicht voll über die Hausratversicherung absichern, weil die Entschädigungssumme einen bestimmten prozentualen Anteil an der Versicherungssumme des Hausrats nicht übersteigen darf.

  • Fahrradversicherung

Spezielle Fahrradversicherungen reichen über den Diebstahlschutz des Rades und von Fahrradteilen hinaus:

Sie schließen auch Unfallleistungen, Vandalismus, Teilediebstahl oder Reparaturkosten ein. Je nach Anbieter können auch Zubehör, Gepäck und der Schutz im Auslandsurlaub mitversichert werden. Mitunter wird eine Selbstbeteiligung oder die Verwendung eines bestimmten Fahrradschlosses verlangt. 

Manche Versicherungen versichern auch ältere Fahrräder gegen Diebstahl (und auch mit Vollkasko, s.u.) wie die Fahrradversicherung von Coya.

  • Vollkaskoschutz

Eine Fahrradversicherung mit einem Vollkasko-Tarif übernimmt für Euch auch Reparaturkosten, zum Beispiel bei Beschädigungen durch Unfälle, durch Stürze, Schäden beim Transport und Vandalismus wie auch bei Elektronikschäden, Produktionsfehlern und Verschleiß bestimmter Teiler und des Akkus. 

  • Schutzbrief

Wenn Ihr Euch gegen Pannen auf Fahrradtouren absichern möchtet, dann halten manche Versicherer spezielle Fahrradschutzbriefe parat. Ähnlich wie es Autofahrer von ihren Schutzbriefen kennen, beinhalten auch die Fahrradschutzbriefe attraktive Leistungen wie Pannenhilfe vor Ort, Leihfahrrad, Taxi- oder Bahn-Weiterreise und Notfall-Übernachtung.

  • E-Bike-Versicherung

Eine spezielle E-Bike-Versicherung unterscheidet sich von der Hausrat- und der Fahrradversicherung dadurch, dass sie auf den hohen Wert der elektrischen Zweiräder zugeschnitten ist. Sie sichert neben Diebstahl und Vandalismus auch Schäden an einzelnen Komponenten wie Akku und Motor oder auch Ausfälle der Elektronik ab. Zudem sind E-Bike-Versicherungen auf tägliche Nutzung ausgelegt. Sie gelten also in der Regel auch nachts. Zudem gibt es im Gegensatz zu anderen Versicherungsarten keine Einschränkungen beim Abstellort.

Was tun, wenn das Fahrrad gestohlen wurde?

Ein Diebstahl müsst Ihr der Versicherung und der Polizei unverzüglich melden. Taucht das Fahrrad nicht binnen drei Wochen nach der Anzeige wieder auf, müsst Ihr den Versicherer auch hierüber informieren. Geschieht dies nicht, darf die Versicherung vom Vertrag zurücktreten oder die Versicherungsleistung verweigern.

Beim Anzeigen eines Fahrraddiebstahls ist es wichtig, dass Ihr sowohl Euer Eigentum am Fahrrad belegen könnt als auch dessen Wert, für die Bestimmung der Schadenshöhe. Wichtige Nachweise hierfür sind der Kaufbeleg, die Rahmennummer, der Hersteller und die Marke. 

Was kostet die Absicherung des Fahrrads?

Die Kosten für eine Fahrradversicherung variieren nicht nur von Anbieter zu Anbieter, sie sind auch vom Wohnort des Versicherungsnehmers abhängig. Wer in Städten oder Regionen lebt, in denen die Diebstahlquote besonders hoch ist, dem werden für sein Fahrrad höhere Versicherungsbeiträge berechnet. Das gilt nicht nur bei speziellen Fahrradversicherungen, sondern auch bei der Mitversicherung des Zweirads über die Hausratpolice.

Für wen empfiehlt sich welche Absicherung?

Eine Fahrrad-Diebstahlversicherung über die Hausratversicherung lohnt sich für Eigentümer mittelpreisiger Fahrräder. Der Extraschutz für ein Zweirad, das in einem Keller, einer Garage, einer Wohnung oder mit Schloss gesichert auf der Straße oder im Hof steht, ist schon ab 20 Euro extra im Jahr zu haben.

Bei teuren und qualitativ hochwertigen Rädern sind spezielle Fahrradversicherungen erste Wahl. Diese können zwar mehrere hundert Euro im Jahr kosten, bieten dafür aber neben dem Diebstahlschutz unter anderem auch Schutz gegen Vandalismus, Teilediebstahl und Unfallschäden.


Bildquellen:

  • Mountainbike Sprung: Randgruppe auf Pixabay,
  • E-Gravelbike Coboc Torino vor Graffiti: Ebikespass.de

Quellen / Siehe auch:

Schlagwörter: ,

Author: gast

Kommentar absenden

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

[quotcoll orderby="random" limit=1]