Lange Jahre war CUBE als Gigant der deutschen E-Bike-Branche fast schon synonym mit Bosch-Antrieben. Doch für das Modelljahr 2027 gibt es eine spannende Ergänzung: CUBE ergänzt seine beliebte Stereo Hybrid ONE44 Serie mit dem neuen Avinox M2S Motor. Zwei Ausführungen des ONE44 haben den Avinox drin: ONE44 HPC EXC und ONE44 HPC SuperTM.
Ich habe mir die ersten Vorstellungen und Tests angesehen. Besonders aufschlussreich waren dabei die Analyse von Michael Faiß auf dem Velomotion-Kanal [1] sowie der erste Fahrbericht von Profi-Biker Rémy Métailler, der den Avinox-Motor (in einem Propain) auf Herz und Nieren geprüft hat [2]. Hier erfahrt Ihr, was CUBE aus dem Avinox-Hype macht.
„Trails, Your Way“: CUBEs neue Strategie
CUBE bewirbt die neuen Stereo Hybrid ONE44 HPC mit dem Slogan: „TRAILS, YOUR WAY“ [3]. Und dieser Slogan passt gut zur neuen Strategie: CUBE ersetzt die Bosch-Modelle nicht, sondern lässt seinen Kunden die Wahl. Die Bosch-Modelle laufen bei CUBE parallel weiter, während die Avinox-Modelle das Portfolio ergänzen [1].
Das Herzstück der neuen Bikes ist also der Avinox M2S Motor. Über den Motor hatte ich selbst schon im Artikel „Nächster Avinox Motor: Hängt DJI jetzt alle ab?“ geschrieben, ebenso im Artikel zum Antriebsduell Bosch vs Avinox. Mit satten 150 Nm Drehmoment und einer Spitzenleistung von 1.050 Watt (im Boost bis 1.500 W) ist er momentan der Spitzenreiter unter den E-Bike-Motoren [2].
Technische Eckdaten der beiden CUBE HPC Avinox Modelle
Hier die wichtigsten Eckdaten der beiden neuen CUBE-Modelle:
| Eigenschaft | ONE44 HPC EXC | ONE44 HPC SuperTM |
|---|---|---|
| Federweg (v/h) | 150 mm / 140 mm | 150 mm / 140 mm |
| Gabel | RockShox Psylo Gold | RockShox ZEB Ultimate |
| Motor | Avinox M2S (150 Nm) | Avinox M2S (150 Nm) |
| Akku | 800 Wh (entnehmbar) | 800 Wh (entnehmbar) |
| Schaltung | SRAM Eagle 90 Transmission | SRAM X0 Transmission |
| Bremsen | SRAM Maven Base | SRAM Maven Ultimate |
| Preis | 4.799 € | 6.999 € |
Das Kürzel HPC steht bei CUBE für „High Performance Carbon“. Beide Bikes setzen also auf einen Carbon-Hauptrahmen mit Aluminium-Hinterbau. Optisch unterscheiden sie sich kaum von den Bosch-Versionen, lediglich das Unterrohr fällt durch den etwas kompakteren Avinox-Akku, der entnehmbar ist, minimal schlanker aus [1].
Fahreindrücke: Wie fühlt sich der Avinox an?
Wie bekommt ihr die rohe Kraft vom Papier auf den Trail? Rémy Métailler beschreibt die Leistung des Motors schlicht als „absolut verrückt“ [2]. Er konnte in seinem Test 770 Höhenmeter in unter 22 Minuten überwinden, ohne überhaupt die volle Leistung des Motors abzurufen.
Der Avonox MS2 schiebt also extrem stark an. Rémys Tipp für steile Anstiege: Den Finger auch aufwärts immer leicht an der Bremse lassen, um die Kraft zu dosieren und das Abheben des Vorderrads zu verhindern [2]. Trotz seiner Power arbeitet der Motor erstaunlich leise. Das Bike rollt fast geräuschlos über den Trail, was für euch inzwischen oft ein entscheidender Faktor sein kann [2].
Ein großer Vorteil des Avinox-Systems ist die gelungene App-Integration. Über das im Oberrohr integrierte schicke Touch-Display und die Smartphone-App lässt sich die Kraftentfaltung sehr präzise anpassen. Ihr könnt das Bike beispielsweise drosseln, wenn ihr mit Freunden unterwegs seid, die E-Bikes mit schwächeren Motoren fahren [2].
Licht und Schatten bei den CUBE-Modellen
CUBE ist bekannt für ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, und das zeigt sich auch hier. Besonders das SuperTM-Modell für 6.999 € wird von Velomotion als echter „heißer Tipp“ gelobt [1]. Für diesen Preis bekommt ihr ein performantes, abfahrtslastiges E-MTB mit Top-Ausstattung (RockShox ZEB Ultimate, SRAM Maven Ultimate), für das andere Hersteller deutlich mehr verlangen würden.
CUBE hält in beiden Modellen dankenswerterweise an entnehmbaren Akkus fest – das finde ich besonders bei Touren ein entscheidendes Kriterium. Der 800-Wh-Akku lässt sich bequem über ein Cover mit Druckknopf herausnehmen und etwa im Hotelzimmer oder auf der Hütte nachladen (zumal mit dem schnellen Ladevorgang, den Avinox bietet) [1].
Die Modellbezeichnungen könnten für Endkunden vielleicht verwirrend sein, da unter dem Namen „Stereo Hybrid ONE44“ nun sowohl Bosch- als auch Avinox-Bikes laufen [1].
Zudem wird beim Einstiegsmodell (ONE44 HPC EXC) bei Velomotion die Wahl der RockShox Psylo Gold Gabel kritisiert – hier hätte eine RockShox Lyrik dem Potenzial des Rades wohl besser gestanden [1]. Ein weiterer kleiner Wermutstropfen: Avinox bietet standardmäßig keine Fernbedienung am Lenker. Um den Modus zu wechseln, muss man eine Hand vom Lenker nehmen und das Oberrohr-Display bedienen [2].
Die Eignung bzw. Einordnung der beiden unterschiedlichen Modelle nach Michael Faiß von Velomotion war:
- ONE44 HPC EXC: Für Trails & Touren
- ONE44 HPC SuperTM: Für Trails, abfahrtslastiger, eingeschränkt Bikeparks
Fazit: Starker Zugang, eine Klatsche für Bosch?
Mit dem Avinox-Motor in der Stereo Hybrid ONE44 Serie bietet CUBE eine starke Alternative zu den etablierten Bosch-Antrieben. Wer von euch auf der Suche nach maximaler Leistung, einem leisen Antrieb und einem sehr guten Preis-Leistungs-Verhältnis ist, der sollte sich besonders das SuperTM-Modell genauer ansehen. Das bedeutet auch, dass Cube-Läden bzw. Läden, die Cube-Bikes anbieten, auch den Service für die Avinox-Motoren bieten.
Werden direse beiden Modelle eine wesentliche Ergänzung des CUBE Portfolios? Werden die Bosch-CX-Motoren ihre Dominanz verlieren? Manche User sprechen schon von einer „Klatsche für Bosch, dass der nächste Hersteller auf Avinox setzt …“ – was meint ihr dazu? Immerhin ist der Großteil des CUBE Portfolios noch mit Bosch unterwegs.
Was denkt Ihr über diesen Schritt von CUBE? Ist der Avinox-Motor für Euch ein Grund, Euer nächstes CUBE Bike nicht mit Bosch-Antrieb zu kaufen?
Quellen
- Velomotion Magazin: „CUBE goes AVINOX!“ (YouTube)
- Rémy Métailler: „I Finally Rode the New Avinox M2S… Wow“ (YouTube)
- CUBE: Offizielle Produktseite Stereo Hybrid ONE44 HPC EXC 800 –
https://www.cube.eu/cube-stereo-hybrid-one44-hpc-exc-800-slabgrey-n-black/1203400
Ebikespass-Artikel zu den Avinox Motoren

