Bosch CX Gen 5 vs. DJI Avinox: Das Antriebsduell

Wettrüsten auf dem E-Bike-Markt – Bosch vs DJI! Es geht nicht um Akkugrößen, Reichweiten oder das Gewicht der Bikes – sondern um die Marktführung bei den Motoren.

Noch auf der Eurobike 2024 stahl der Drohnen-Spezialist DJI mit seinem Avinox-Motor dem Platzhirsch Bosch fast die Show. Doch Bosch hat reagiert: Mit dem Software-Update für den neuen Performance Line CX Gen 5 zogen die Schwaben leistungstechnisch nach. 

Was Technik-Fans sicher begeistert, in der Praxis aber auf die Frage hinausläuft: Wer liefert das rundere Erlebnis auf Touren, auf dem Trail, vielleicht auch im Alltag?

1. Marktführer Bosch zündet 100 Nm Update

Bisher kannten wir den neuen Bosch CX Gen 5 (intern BDU38) mit den soliden Werten von 85 Nm und 600 Watt Spitzenleistung. Bosch hat dann im Juli/August 2025 über die eBike Flow App ein umfassendes Update für seinen  Performance Line CX Gen 5 ausgerollt. 

Damit klettert der Marktführer von Bosch auf ein neues Level: Jetzt stehen 100 Nm Drehmoment, eine Spitzenleistung von 750 Watt und bis zu 400 % Unterstützung bereit.

In der Praxis ist dieses Plus an Kraft nach vielen Testberichten deutlich spürbar, besonders an mittelsteilen Anstiegen.

In praktischen Tests verschiedener Redaktionen und YouTuber zeigte sich, dass der CX Gen 5 leistungstechnisch nah an den DJI Avinox heranrückte:

Bei einem Standardanstieg war der DJI im Turbo-Modus nur noch 4 Sekunden schneller als der „aufgebohrte“ Bosch 9. Was bleibt, ist das harmonische, instinktive Fahrgefühl 10, 11. Bosch schafft es, die Power so zu managen, dass Schaltvorgänge unter Volllast geschmeidig bleiben und das Hinterrad seltener durchdreht.

DJI Avinox: Stärker & smarter

Schon vor dem Firmware-Update wurde der DJI Avinox gern als „E-Bike-Motor 2.0“ und technologischer „Einschlag“ charakterisiert, der den etablierten Marktführern wie Bosch und Shimano sofort das Fürchten lehrte. Er galt sofort mit 105 Nm Drehmoment (120 Nm im Boost) und einer zeitweisen Spitzenleistung für 30 Sekunden von bis zu 1.000 Watt als das leistungsstärkste System auf dem Markt.

Auch die Hardware-Integration wurde oft als „Next Level“ bezeichnet, da DJI Erfahrungen aus der Drohnentechnologie einbrachte. Das ins Oberrohr integrierte 2-Zoll OLED-Touch-Display setzte neue Maßstäbe in Sachen Auflösung, Bedienbarkeit (auch mit Handschuhen) und Informationsdichte (z. B. die eigene Watt-Leistung vs. Motor-Leistung).

Jetzt 1.000 Watt als Dauerleistung

Mit einem neuen Firmware-Update klotzt Avinox: Die maximale Spitzenleistung von 1.000 Watt, die zuvor auf den 30-sekündigen Boost-Modus beschränkt war, steht seit Mai 2025 nun dauerhaft in den Modi Auto, Trail und Turbo zur Verfügung. Das ist nochmal eine Steigerung von über 17 % in diesen Modi .

Mit dem neuen „Quick Start“-Modus reagiert der Motor zudem noch schneller auf Pedaldruck 17. Auch im Design setzt sich DJI vor Bosch: Das Display ist in Look & Feel bzw. mit Swipe/Touch Bedienbarkeit ein Traum: Ein hochauflösendes 2-Zoll-OLED-Touch-Display im Oberrohr, integriertes GPS und eine App, mit der man Parameter wie das Nachschieben (Overrun) zentimetergenau einstellen kann, setzen neue Maßstäbe.

Fahrkultur vs. Tech-Performance

Hier scheiden sich die Geister. Der Bosch CX Gen 5 glänzt durch Reife. Das berüchtigte Getriebeklappern des Motors ist Geschichte, er ist jetzt flüsterleise und der Tretwiderstand über 25 km/h sank spürbar auf nur noch 9,1 Watt. Er bietet Funktionen wie Hill Hold (verhindert Zurückrollen) und eine feinfühlige Wheel-Slip-Protection.

Der DJI Avinox hingegen bietet das „natürlichste“ Gefühl für sportliche Fahrer, die gerne mit hoher Trittfrequenz (über 80 U/min) unterwegs sind – je schneller man tritt, desto mehr liefert der Motor 24. In extrem technischen Sektionen scheint Bosch jedoch die Nase vorn zu haben: 

Während der Bosch-Motor auch bei kurzem Rückwärtstreten sofort wieder unterstützt, bricht der DJI hier manchmal kurz ab, was am Berg ein Handicap sein kann.

Akku und Laden: Ein neuer Standard

Beim Laden zieht DJI mit Innovation davon: Dank 48 Volt-System, 12-Volt-Laderät und Schnellladetechnologie lädt der 800-Wh-Akku in nur 1,5 Stunden auf 75 %.

Ein vergleichbarer Bosch-Akku benötigt für eine volle Ladung rund 7 Stunden. Dafür punktet Bosch mit den neuen Powertubes (600 und 800 Wh), die durch eine enorme Energiedichte und ein kompakteres Design bei geringerem Gewicht überzeugen. In manchen E-Bikes kannst du zwischen dem um ein Kilogramm leichteren 600 Wh Akku und dem 800 Wh Akku wählen.

Welcher Motor passt zu Dir?

  • Der Bosch CX Gen 5, wenn Ihr Wert auf ein perfekt abgestimmtes Gesamtsystem, ein dichtes Servicenetz und ein natürliches, berechenbares Fahrverhalten legt. Die neuen 100 Nm machen ihn zu einem souveränen Begleiter für jede Tour 29, 30.

  • Wählt den DJI Avinox, wenn Ihr maximale Performance, modernste Connectivity und das „Smartphone-Gefühl“ am Bike wollt. Die 1.000 Watt Dauerleistung und die Schnellladefunktion sind aktuell ungeschlagen 31, 32.

Mit dem DJI kommt ihr nicht unbedingt höher hinaus (Reichhöhe, Reichweite), aber meist seid ihr einige Prozent schneller am Ziel.

Beim Fahren in der Gruppe könnt ihr den DJI etwa auf 80% Leistung herunterregeln (über das Display oder über die App), dass ihr auf einer Stufe mit dem Bosch CX Gen 5 fahrt. 

Trotz des beeindruckenden Kräftemessens zwischen DJI und Bosch gehören andere Antriebe nicht gleich zum „alten Eisen“. Der Markt ist durch den Eintritt von DJI und die Reaktion von Bosch jetzt allerdings nochmal spannender geworden.

Andere Hersteller beweisen weiterhin ihre Daseinsberechtigung durch spezifische Stärken:

  • Specialized zeigt mit dem 2.2 Motor eindrucksvoll, dass eine herausragende Motorsteuerung und ein natürliches Fahrgefühl oft wichtiger sind als reine Leistungsrekorde, da das System selbst nach Jahren noch in technischen Sektionen ganz vorne mitspielt.
  • Shimano bietet mit dem EP801 einen zuverlässigen Partner und beliebten Motor fast auf Agenhöhe (nur ist er lauter)
  • Hersteller wie Giant bieten mit ihren Yamaha-basierten Antrieben ein sehr direktes Ansprechverhalten, das für viele Tourenfahrer genau die richtige Mischung aus Kraft und Kontrolle bietet.

Dass DJI den „Staub aufgewirbelt“ hat, der sich auf manchen Systemen abgelagert hat, ist ein Gewinn. Es zwingt die gesamte Branche zu Innovationen bei der Sensorik, dem Display-Design und der Ladetechnologie.

Am Ende ist Deine Motor-Wahl Deine höchst individuelle Entscheidung. Die Auswahl ist gewachsen, und damit auch die Chance, dass jeder von Euch genau das E-Bike-System findet, das perfekt zu den eigenen Vorlieben und zum Budget passt. Aprppos Budget: Gerade ältere E-Bikes aus den Modelljahren 2023, 2024 und 2025 bieten mit ihren bisherigen Antrieben jetzt oft Preise, die im Rahmen bleiben – auch das ein Gewinn, denke ich

Was ist Eure Meinung, Eurer Lieblings-Motor? Welche Überlegungen und Erfahrungen habt ihr zu den Motoren?


Hier noch einige der Quellen, die ich zum Vergleich zwischen dem
Bosch CX Gen 5 und dem DJI Avinox herangezogen habe:

Quellen:

Fachartikel und Testberichte:

Vergleiche und Praxistests (YouTube):

Author: ebikespass

Hallo, ich bin Günter. E-Bikes verbinden für mich ideal Fitness und eine ordentliche Entdeckungsreichweite ... Die Elektrofahrräder tun Umwelt, Körper und Seele gut! Für den Blog teile ich meine technische Neugier und berichte über neue Modelle. Ein persönliches Dankeschön an alle, die mit ihren Kommentaren, eigenen Erfahrungen und Fragen diesen E-Bike-Blog weiter aufwerten und anderen weiterhelfen!

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