Mit dem Bryton Rider 750 auf Tour

Hier einige Notizen zum 2020 herausgekommen Bryton Rider 750 und zu seinen besonderen Fähigkeiten als GPS Bike-Computer mit Farb- und Touch-Display und mit Online-Navigation. Disclaimer: Das Gerät wurde mir von der Firma Bryton Sports zur Verfügung gestellt. Der Test hier ist dennoch so objektiv wie möglich und nach bestem Wissen und Gewissen 🙂

Zunächst hatte ich mich gefragt, warum ich eigentlich zu meinem Display, das auf dem E-Bike meist selbstverständlich ist, noch ein zusätzliches Gerät benötigen sollte?

GPS Bike-Computer als zusätzliches Display am E-Bike?

Ich war es gewohnt, neben dem Display (Yamaha- am Haibike bzw. Intuvia am R&M Charger) zusätzlich in der Regel noch mit dem Handy am Lenker montiert zu fahren. Das E-Bike-Display zeigt ja in der Regel Grunddaten wie Geschwindigkeit, Akkuladung und Fahrmodus an. Zumindest falls auch Navigation nötig sein sollte, nutzte ich bislang das Smartphone.

Bei dem GPS Gerät haben wir gegenüber dem Smartphone als großen Vorteil eine lange Akkulaufzeit (angegeben 20h, real bei voller Helligkeit schätzungsweise 8-12h) und die viele individualisierbare Anzeige-Zusammenstellungen. Und zwar mit einigen Daten, die nicht am E-Bike-Display zur Verfügung stehen. Werfen wir also einen Blick auf den Nutzen, den mir der Bryton Rider 750 zusätzlich bringt. 

Schick, flexibel, ausdauernd

Bryton Rider Montage mit Halterung
Bryton Rider 750 Montage mit Halterung

Ebikespass.de

Das Bryton RIDER 750 hat ein sehr robustes, schlankes Gehäuse und ist schick designt. Es wird per USB Micro Anschluss aufgeladen und hat dann eine Laufzeit von circa 20 Stunden am Stück. Das geht schon mal weit über ein Smartphone hinaus.

Der größte Vorteil für mich ist, dass ich das Smartphone frei zum Fotografieren nutzen kann und nicht dauernd vom Lenker und seiner Halterung abmontieren muss. Der Smartphone-Akku wird geschont, wenn hier nicht dauernd das GPS für Komoot oder eine andere Maps-Anwendung zusätzlich mitlaufen muss. Idealerweise sollte aber die Bryton Active App aktiv sein.

Das Bryton RIDER 750 lässt sich mit der eleganten Aero-Halterung an jedem Lenker mit einer einfachen Vierteldrehung festdrehen. Du kannst es in perfekter Blickposition montieren oder auch per SP Connect z.B. auf dem Vorbau anbringen.

Aktivitäten-Screen mit Verbindungen in der Bryton Active App
Aktivitäten-Screen mit Verbindungen in der Bryton Active App

Screenshot: Ebikespass

Für die Bryton Active App habe ich einen Account erstellt (Mailadresse und Passwort), die Mail von Bryton bestätigt und die benötigten Berechtigungen bestätigt. Nach dem Einschalten des Bryton konnte ich über die App eine Verknüpfung zum Rider 750 erstellen, somit waren die Geräte gekoppelt. Anschließend noch den  Komoot-Account (oder Strava u.a. möglich) verbinden. Es gibt immer wieder Updates der Bryton App, die sich mit dem RIDER 750 per Bluetooth oder USB verbinden kann – sowohl zum Softwae-Update als auch zum Übertragen von Fahrdaten.

Navigation

Beim Vergleich zwischen Komoot auf dem Smartphone mit der Bryton Rider 750 Navigation liegt zunächst die Smartphone App vorn. Das Smartphone ist eben leistungsfähiger als der Computer im Bryton RIDER 750, das Display reagiert auf Berührung schneller als das des Bryton, die Anzeige ist größer und klarer. Aber: Die Navigation ist trotzdem nutzbar. Das Touch-Display reagiert gut, die Anzeige läßt sich per + oder – Button ein- und auszoomen. Die meiste Zeit über während der Tour macht die Bryton-Navigation ihre Sache gut.

Der Bryton RIDER 750 kann geplante Routen (GPX, Komoot, Strava, …) via Bryton Active App importieren. Ebenfalls kann das Bryton RIDER 750 unterwegs die Route um- bzw. neu planen, sofern eine Verbindung mit dem Handy und im Internet zur Verfügung steht. Allerdings gab es bei mir keine automatische Routen-Neuberechnung oder Hinweise, wie ich auf eine geplante Route zurückkomme, wenn ich abgewichen bin.

Fazit: In den meisten Fällen kann das teure Smartphone vom Lenker weg! Wenn der Bryton Rider 750 montiert ist, wird das Smartphone in die Tassche gesteckt und ausschließlich zum Fotografieren oder Telefonieren genutzt. Oder wenn ich doch mal einen Blick auf die Komoot-Routenanzeige werfen möchte.

Eine interessantte Funktion: Die Eingabe eines neuen Ziels ist auch per Voice Eingabe möglich, was das Tippen auf dem kleinen Display erspart. Dies hat ganz gut funktioniert, als Voraussetzung dafür muss das Bryton RIDER mit der Brytopn app auf dem Handy verbunden sein. Die Navigation ist aber nicht das eigentliche Highlight dieses Bryton RIDER 750,  eben so wie es bei den Konkurrenzprodukten wie die den Garmin Edge-Geräten oder den Sigma-Geräten auch nicht das Hauptmerkmal der Geräte ist.

Zusätzliche Trainings- und Tourdaten im Blick

Deshalb macht es Sinn bei einigen E-Bikes zumindest dieses GPS Gerät zusätzlich zu nutzen. Schönes Zusatzfeature zum Beispiel: Die Anzeige der aktuellen Neigung / Steigung in Prozent.

Auch zu Trainingszwecken oder zur Kontrolle meiner Körperdaten: So kann ich die Herzfrequenz über einen Brustgurt oder über eine kompatible Pulsuhr abfragen und auf dem Display anzeigen. Außerdem kann ich – sollte mein E-Bike Display die Trittfrequenz nicht anzeigen –  die eben auch mit einem Kadenzsensor auf das Bryton Rider 750 Display bekommen.

Die größte Connectivity in Verbindung mit dem Bryton Rider 750 und der App haben Geräte, die den Standard ANT+ unterstützen. Insbesondere Shimano Motoren können die Daten wie Trittfrequenz oder den E-Bike-Akkustand auch ohne Zusatzsensoren an das Bryton Rider 750 weitergeben.

Individuell konfigurierbare Daten-Displays

Die verschiedenen Displayseiten des Bryton RIDER 750 kann ich konfigurieren. Die für mich wesentlichen Anzeigen zeigt das Display jetzt prominent und groß genug an. Das Bryton RIDER 750 kann nicht nur per Touch bedient werden, sondern auch über vier Tasten. Zum Beispiel mit Handschuhen oder mit kalten Fingern. Meine Montage des Rider 750 direkt neben dem Yamaha-Display war in Bezug auf die beiden rechten Tasten nicht ganz so genial. Hier braucht es mehr Abstand, um die Tasten von rechts zu bedienen. 

Die Verbindung zwischen dem Bryton Brustgurt und dem Bryton RIDER 750 hat problemlos funktioniert. Meine Whitings Armbanduhr (die z.B. den Puls misst) konnte ich nicht verbinden, allerdings sind verschiedene andere Verbindungen möglich zu Geräten mit ANT+ Übertragung.

Tolle Ergänzung und sinnvoll auch am E-Bike

Alles in allem finde ich Bryton RIDER 750 GPS Gerät eine sehr praktische und sinnvolle Ergänzung auch am E-Bike. Die Erweiterung des Bryton RIDER 750  ist wie gesagt mit einem Brustgurt möglich und auch mit einem Kadenz Sensor.

Vor allem also in Hinblick auf die Überwachung von Körper- und Trainingsdaten, zum Beispiel zur Anzeige der aktuellen Trittfrequenz, wenn das Standard-Display des E-Bikes diese Angabe nicht hergibt. Oder auch für Fitnesszwecke die Überwachung der gewünschten Herzfrequenz (Anaerober Bereich…) damit ich meine Training besser steuern kann bzw. Herz und Kreislauf nicht überlaste. Für Sportler im Training für Wettkämpfe wichtig, aber auch bei einer Reha, um Physis und Kondition per Radfahren / E-Biken kontrolliert wieder aufzubauen. Und sinnvoll auch für Freizeitsportler wie mich, wenn ich mich mal austoben möchte und dabei Daten im Blick haben möchte.

Auch mit einem Radar-Abstandssensor kann der Bryton RIDER 750 kombiniert werden – Z.B. ein Radar-Rücklicht, das den Abstand nachfahrender Fahrzeuge misst und auch seitlich im Bryton Display als Warnung beziehungsweise mit Distanzanzeige anzeigen lässt. Das ist besonders interessant für Rennradfahrer, die sich sehr viel im Straßenverkehr bewegen, aber unter Umständen auch für euch beim Trekking und Tourenfahren, für mehr Info  auf einen Blick darüber was eventuell hinter euch kommt.


Fazit zum Bryton Rider 750 Bike-Computer:

Die größten Vorteile für mich:

  • Das Smartphone kann vom Lenker, zumindest dann wenn keine laufende Navigationskorrektu zu erwarten ist
  • Navigation und Aufzeichnung mit Verbindung zu Komoot, Strava u.a.; gute optische Navigationshinweise
  • Relativ goßer Screen, Steuerung per Touch möglich
  • Anzeige der atuellen Neigung / Steigung in Prozent
  • Spracheingabe zur Navigation funktioniert recht gut (die Bryton Active App muss dabei aktiv sein)
  • Zusatzinfos über Brustgurt, Kadenzsensor, Radar-Rücklicht u.a.
  • Gute Connectivity, ANT+ FE-C für Leistungsmesser
  • E-Bike-Fahrdaten abhängig davon, ob sie der E-Bike-Motor zur Verfügung stellt (z.B. bei Shimano Steps) und ESS
  • Vorinstallierte Open Street Maps aus den wichtigsten Regionen und Updates, Speicherplatz für mehr Karten
  • Individuelle Konfigurierbarkeit verschiedener Screens; 3 Räder / Profile sind anlegbar
  • Download der aufgezeichneten Fahrdaten, umfangreiche Auswertungen sind möglich
  • Gute Aero-Halterung sowie SP-Connect-vorgerüstet
  • Gutes Design und robustes, gut bedienbares Gehäuse
  • Günstiger als das Garmin 1030 Edge
  • Über Micro-USB ladbar

Nachteile:

  • Die Navigation wird bei Abweichungen nicht nachgeführt, bzw. es auert sehr lange (Hat bei mir meist nicht geklappt)
  • Touch-Steuerung weniger reaktiv als beim Smartphone
  • Ablesbarkeit bei Sonne weniger gut, sonst sehr gut

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Author: ebikespass

E-Bikes verbinden für mich ideal Frischluft, Fitness und eine ordentliche Entdeckungsreichweite ... Ich habe früher Motorradfahren genossen - Pedelecs machen mir heute mindestens genau soviel Spass - und sind dabei gut für die Umwelt, den Körper und die Seele! Ein persönliches Dankeschön an alle, die mit ihren Kommentaren, eigenen Erfahrungen und Fragen diesen E-Bike-Blog weiter aufwerten! Was brachte Euch zum E-Biken? Was macht am meisten Spass, was ärgert Euch? Stellt Ihr Euch noch Fragen vor dem Kauf? Gerne in den Kommentaren Fragen stellen oder Eure Anregungen und Kritik - wir antworten!

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