E-Bike vs. Fahrrad: Bessere Fitness, 3x weniger Schwitzen

Dient das E-Bike der Fitness? Das wird ja oft bestritten. Eine vom japanischen Radzubehör-Hersteller Shimano in Auftrag gegebene Studie beschäftigt sich nun mit dem (geringeren) Schwitzen auf dem E-Bike. Es geht auch um Rückschlüsse auf die Fitness. Shimano ließ dazu die körperliche Belastung von E-Bikern im direkten Vergleich mit Radfahrern ohne elektrische Unterstützung messen und auswerten.

Für die Studie wurde in einem Formel-1-Testzentrum ein Setup gewählt, bei dem drei verschiedene Personen jeweils 30 Minuten eine bestimmte Leistung auf dem Ergometer erbringen mussten. Passend zum heißen Sommer wurde die Raumtemperatur für die Ergometer-Kilometer auf 28° hochgeregelt. Die E-Bike-Gruppe wurde vom Shimano STEPS 6100 Motor unterstützt (technische Daten in unserem E-Bike-Mittelmotor-Vergleich).

Das Ergebnis im Durchschnitt der sechs Teilnehmer:

Elektrisch unterstützte Radfahrer erzeugen nur ein Drittel soviel Schweiß, und ihre durchschnittliche Herzfrequenz liegt bei diesen Bedingungen um 63 Schläge niedriger. Auch die Kerntemperatur des Körpers lag bei den E-Bikern niedriger als bei der Vergleichsgruppe: um 0,9 Grad.

Der Fitnesseffekt durch die 30-minütige Bewegung bleibt trotz der geringeren Anstrengung erhalten, heißt es im Video. Ist das realistisch?

E-Bike: Drei mal weniger schwitzen und trotzdem ein Trainingseffekt?

Es scheint nachvollziehbar. Denn E-Bike-Fahrer “trainieren” im sogenannten aeroben Bereich – “aer” heißt griechisch “Luft”. Beim Training im aeroben Leistungsbereich wird nämlich Sauerstoff als Haupttreibstoff für die Muskeln aufgenommen und verarbeitet. In diesem Bereich trainieren die meisten Menschen, wenn Sie etwa 50-75% der körperlichen Leistungsfähigkeit beanspruchen.

Auch Profisportler trainieren oft zu 80 Prozent im aeroben und nur zu 20 Prozent unter höherer und Höchstbelastung im anaeroben Leistungsbereich. Im anaeroben (= nicht aeroben) Bereich werden auch keine Fette mehr verbrannt, da es dazu schlicht an Sauerstoff fehlt. Der aerobe Bereich wird daher auch beim Trainingsziel Abnehmen empfohlen.

E-Bikes helfen dabei, im aeroben Bereich zu bleiben

Ein derartiges aerobes Ausdauertraining hilft, den Stoffwechsel zu aktivieren, die Durchblutung anzuregen sowie Herzfrequenz und Blutdruck zu reduzieren.

Im Fitness-Blog bei Sport-Tiedje heißt es zum aeroben Training:

Beim Trainingsziel Fettverbrennung/Abnehmen und zur Steigerung der Ausdauer ist ein aerobes Training im unteren Pulsbereich bei längerer Trainingszeit effektiv.

Mit unterem Pulsbereich sind etwa 50-75% der maximalen Herzfrequenz gemeint. Es gibt hier eine Formel und Herleitung sowie ein Rechenbeispiel zur maximalen Herzfrequenz, je nach Alter und Ruhepuls.

Beispiel aus oben verlinkter Website: Bei einem 50-Jährigen mit einem Ruhepuls von 62 ergeben sich  folgende Werte:

  • Maximale Herzfrequenz – Formel: 205,8 – (0,685 x 50) = 172
  • Herzfrequenzreserve: 172 – 62 = 110
  • Trainingspulsbereich für aerobes Training: 115–143 Schläge pro Minute (SpM)

Mit einem Fitnesstracker läßt sich dieser Pulsbereich auch am E-Bike gut überwachen. Oder Du hältst Dich an die Faustregel: Ein bißchen außer Atem ja  – aber nie in Bereich von Sauerstoffnot.

Das E-Bike als Fitnesscoach

Das hatte bereits eine Studie der University of Colorado belegt, auch der Focus hatte darünber berichtet: Die Probanden dort sollten mindestens drei Mal pro Woche 40 Minuten mit dem E-Bike unterwegs sein. Sie hatten damit ein ein moderates Workout.

Im Ergebnis hatte jeder einzelne der Teilnehmer im abschließenden zweiten Labor-Test deutlich bessere Fitness- und Gesundheitswerte. Auch die Blutzuckerwerte verbesserten sich und die E-Biker-hatten sogar Körperfett abgebaut.

Wenn das nicht motiviert! Das Pendeln zur Arbeit kann damit vom Zeitfresser und Nerv-Faktor zum eigenen Fitnesscoach werden. Fast schade, dass ich selbst aktuell nicht pendeln muss 🙂

Hier das Video vom Shimano Test:

30 Minuten bei 28 Grad mit Shimano STEPS 6100 vs. Muskelkraft:

Quellen:

  • Beitragsbild: www.pd-f.de / koga.com
  • https://road.cc/content/news/247777-e-bikers-sweat-three-times-less-regular-bike-riders-finds-shimano-study
  • https://www.youtube.com/watch?v=qn0PrV-1eFo
  • http://www.athletikum-group.de/catalog/pdf/Druckdatei%20-%20pegasusmagazin_0416_screen.pdf
  • https://pedegoelectricbikes.com/wp-content/uploads/2016/08/Pedelec-Health-Study.pdf
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Author: ebikespass

E-Bikes verbinden für mich ideal Frischluft, Fitness und eine ordentliche Entdeckungsreichweite ... Ich habe früher Motorradfahren genossen - Pedelecs machen mir heute mindestens genau soviel Spass - und sind dabei gut für die Umwelt, den Körper und die Seele! Ein persönliches Dankeschön an alle, die mit ihren Kommentaren, eigenen Erfahrungen und Fragen diesen E-Bike-Blog weiter aufwerten! Was brachte Euch zum E-Biken? Was macht am meisten Spass, was ärgert Euch? Stellt Ihr Euch noch Fragen vor dem Kauf? Gerne in den Kommentaren Fragen stellen oder Eure Anregungen und Kritik - wir antworten!

3 Kommentare

  1. Ich fahre jeden Tag 12,8 km mit mein 7 gang Fahrad. Wer behauptet die 12,8 km mit ein E Bike ist genau so gesund, oder die gleichen Kalorien zu verbrennen der sollte sich im Kopf untersuchen lassen!!

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    • Je weniger genau man liest, hört und denkt, desto radikaler werden die Vorschläge… 🙂 Es ging in der Studie nicht um eine festgelegte Strecke, sondern um eine festgelegte ZEIT – 30 Minuten. Du fährst in 30 Minuten mit dem E-Bike weiter. Deine Aussage bezogen auf 12,8 km stimmt, sagt aber nichts über die Ergebnisse der Studie oder gegen das E-Biken.

    • Ich fahre seit 2017 Mountainbike. Im Schnitt 4000km/Jahr.
      Jetzt hab ich seit einem Monat (05/2020) ein E-Mountainbike und fahre 250km in EINER Woche…
      Gleichzeitig hat sich das Touren Profil total verändert. Waren es vorher (ca.) 750hm auf 50km sind es jetzt 1400hm auf 50km
      Also ich mache viel mehr Strecke, mehr Höhenmeter, mehr Trails und verbringe mehr Zeit auf dem EMTB.

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