Lidl Crivit Urban E-Bike: Top oder Flop? Zwei Tests im Vergleich

Lidl mischt den E-Bike-Markt auf – schon wieder. Mit dem neuen Crivit Urban E-Bike für 1.299 € (Angebotspreis Stand 11. Märt 26, muss geprüft werden) verspricht der Discounter ein Top-Rad für die Stadt. Können diese Crivit-Modelle wirklich überzeugen? Ich habe mir zwei ausführliche Tests angesehen, die das klären sollen: den brandaktuellen Test von Velomotion und einen kritischen Blick auf den Vorgänger von HennTech.

Du kennst das: Ein E-Bike für unter 1.500 €? Da gehen bei vielen erstmal die Alarmglocken an. Billige Komponenten, schwacher Motor, mieses Fahrgefühl, schwer … – die Vorurteile sind bekannt. Doch Lidl will mit dem neuen Crivit Urban E-Bike (Modelle X.3 und Y.3 – Crivit ist eine Eigenmarke von Lidl) genau das Gegenteil beweisen. Der Hersteller bewirbt sein CRIVIT Urban E-Bike Y.3 mit dem Slogan: „Die Straße gehört dir!“ – ein selbstbewusstes Versprechen. Aber was steckt dahinter? Schauen wir uns die Fakten aus zwei Tests an.

Meine Besprechung und mein Fahrtest (2021) mit dem Dicounter E-Bike ALDI Prophete Alu City  hat viele interessiert und ich konnte dem Modell damals gute Noten geben. Deshalb weiß ich, dass die klassischen Vorurteile nicht immer berechtigt sind.

Besonders hervorzuheben: Das Gewicht liegt unter 24 kg, das zulässige Gesamtgewicht beträgt 140 kg.

Die beiden Test-Videos im Überblick

  1. Velomotion Magazin: „Neues LIDL E-Bike: Ohrfeige für’s Establishment?“
    • Fokus: Brandaktueller Test des neuen Crivit Urban Y.3/X.3 (März 2026), detaillierte Analyse der Komponenten, Fahreindruck und Fazit.
    • Tester: Stefan Ettl, bekannt für seine sachlichen und fundierten Analysen.
  2. HennTech: „LIDL Crivit X.2 TEST: Urbanes Discounter E-Bike überrascht (REVIEW)“
    • Fokus: Test des direkten Vorgängermodells (X.2), kritische Prüfung von Design, Antrieb und Preis-Leistung.
    • Tester: Henne, Betreiber des Kanals HennTech (117K Subscriber).

Velomotion: Was kann das neue Crivit Urban X.3 / Y.3?

Stefan Ettl von Velomotion nimmt kein Blatt vor den Mund und bezeichnet das Rad als „absoluten Knaller“ und „Ohrfeige für’s Establishment“. Sein Test zeigt, warum.

  • Preis-Leistung (ab 00:51): Für aktuell 1.299 € (statt 1.799 € UVP) bekommt man erstaunlich viel geboten. Das ist eine klare Kampfansage an den Fachhandel.
  • Motor & Akku (ab 03:12): Der Mivice Nabenmotor mit 40 Nm und Drehmomentsensor sorgt für ein natürliches, agiles Fahrgefühl. Der 355-Wh-Akku mit LG-Zellen ist für ein Stadtrad absolut ausreichend. Das ist Technik, die man sonst eher in teureren Rädern findet.
  • Schaltung & Bremsen (ab 04:55): Hier hat Lidl nicht gespart. Die Shimano CUES Linkglide 9-Gang-Schaltung ist speziell für E-Bikes entwickelt, extrem robust und langlebig. Zusammen mit den hydraulischen Shimano MT200 Scheibenbremsen ist das ein solides Paket.
  • Smarte Features (ab 08:00): Richtig spannend wird es bei den Details. Eine vormontierte SP-Connect-Handyhalterung, ein verstecktes Fach für einen Smart-Tracker (z.B. AirTag) und ein helles Fernlicht mit 180 Lux sind Features, die man in dieser Preisklasse nicht erwartet.

Fazit von Velomotion (ab 10:07): Eine klare Kaufempfehlung zu dem Angebotspreis. Das Rad ist komfortabel, agil und für den Preis unschlagbar gut ausgestattet. Es zeigt, was möglich ist, wenn man den Fokus auf das Wesentliche legt.

HennTech: Wie gut war der Vorgänger (Crivit X.2)?

Um die Entwicklung zu verstehen, lohnt ein Blick auf das Review des Vorgängermodells X.2 von HennTech. Henne war ebenfalls überrascht, wie gut das Rad für damals 1.599 € war.

  • Design & Antrieb (ab 01:06): Auch hier schon das Lob für das minimalistische Design und die saubere Verarbeitung. Das X.2 kam mit einem wartungsarmen Gates-Carbonriemen – ein Premium-Feature, das beim neuen X.3 (Kettenversion) durch die robuste CUES-Schaltung ersetzt wurde. Das Rücklicht ist schön im Schutzblech integriert und hat sogar eine Bremslicht-Funktion.
  • Fahrgefühl (ab 11:04): Henne beschreibt das Fahrgefühl als sehr natürlich und angenehm, kritisiert aber die fehlende Federung.
  • Kritikpunkte (ab 07:49): Die Hauptkritikpunkte am X.2 waren der nicht höhenverstellbare Lenker und das Fehlen einer App oder eines Displays zur Geschwindigkeitsanzeige.

Fazit von HennTech (ab 16:14): Trotz kleiner Mängel ein „Top“-Rad für die Stadt mit einem kaum zu schlagenden Preis-Leistungs-Verhältnis.

Mein Fazit: Lidl wertet sein Stadtrad auf

Der Vergleich der beiden Tests ist aufschlussreich. Er zeigt, dass Lidl nicht nur ein vernünftiges Rad gebaut hat, sondern auch auf Kritik reagiert und das neue Modell gezielt verbessert hat.

Feature Crivit Urban X.2 (Test HennTech) Crivit Urban X.3 (Test Velomotion) Veränderung
Antrieb Gates Riemenantrieb Shimano CUES 9-Gang Kette Evtl. mehr Wartung nötig, dafür agiler
Preis 1.599 € 1.299 € (Angebot, nicht dauernd) Deutlich günstiger
Features Minimalistisch SP-Connect, Smart-Tracker-Fach, Fernlicht Mehr smarte Alltags-Features
Kritik Kein Display, Lenker nicht verstellbar Gleiche Kritikpunkte bleiben Hier wurde nicht nachgebessert

Lidl hat mit dem Crivit Urban X.3/Y.3 ein Gesamtpaket geschnürt, das in der Preisklasse unter 1.500 € seinesgleichen sucht – aber auch zum 1.799 € Standardpreis eine Überlegung wert ist.

Die Kombination aus einem soliden Antrieb mit Drehmomentsensor, einer langlebigen Schaltung und durchdachten Alltags-Features wie dem Smart-Tracker-Versteck und der SP Connect Adapter (das Handy darin kann das fehlende Display teils ausgleichen, es sollen auch Quadlock-Gehäuse dran passen) ist schon beeindruckend. Der Akku lässt sich übrigens zum Laden einfach entnehmen.

Natürlich ist es kein High-End-Bike. Die fehlende Federung und der nicht verstellbare Lenker sind Kompromisse, die man eingehen muss. 40 Nm Drehmoment beim Mittelmotor sind nicht viel, passt aber solange es relativ eben bleibt und der Radius nicht zur Tour  wird.

Für die Stadt, für den Weg zur Arbeit oder zum Einkaufen, ist das Rad eine echte Ansage. Es beweist, dass ein gutes, alltagstaugliches E-Bike keine 3.000 € kosten muss. Zeigt aber auch, was City-E-Bikes zum höheren Preis tatsächlich mehr bieten müssen. Eine deutlich teurere Alternative ist z.B. das von mir besprochene neue Coboc Skye City mit Preisen um 5.000 €.

Wenn Du also ein günstiges, aber durchdachtes und solides E-Bike für die Stadt suchst, sieh Dir das Crivit Urban definitiv an. Es ist ein perfektes Beispiel dafür, wie der Wettbewerb durch große Anbieter wie Lidl am Ende uns Kunden zugutekommt.

Was denkt Ihr? Ist das eine echte Alternative zu etablierteren Marken im City-Pedelec-Bereich? Lohnt sich eventuell das Warten darauf, dass das Modell wieder für 1.290 € angeboten wird? Habt ihr vielleicht Erfahrungen mit der Wartung und Reparatur von LIDL-E-Bikes gemacht?

Schreib Deine Meinung unten in die Kommentare!


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Author: ebikespass

Hallo, ich bin Günter. E-Bikes verbinden für mich ideal Fitness und eine ordentliche Entdeckungsreichweite ... Die Elektrofahrräder tun Umwelt, Körper und Seele gut! Für den Blog teile ich meine technische Neugier und berichte über neue Modelle. Ein persönliches Dankeschön an alle, die mit ihren Kommentaren, eigenen Erfahrungen und Fragen diesen E-Bike-Blog weiter aufwerten und anderen weiterhelfen!

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